Bürgerinitiative Rettet Pottendorf

Jede Sekunde
ein Schatten.

220 Meter hoch. 1.200 Meter von unseren Kinderzimmern. Der neue Windpark Ebenfurth wirft seinen Schatten mitten in unser Leben – im Sekundentakt.

Symbolische Darstellung: periodischer Schattenwurf von Windkraftanlagen auf Wohn- und Erholungsgebiete

Der Schatten über Pottendorf

Es ist ein ganz normaler Nachmittag. Ein Kind läuft in den Garten, um zu spielen. Doch alle paar Sekunden huscht ein Schatten über den Rasen, über die Schaukel, über das Gesicht des Kindes. Wieder. Und wieder. Und wieder.

Das ist kein Gedankenexperiment. Das ist periodischer Schattenwurf – ein amtlich anerkanntes Phänomen, das bei tief stehender Sonne entsteht, wenn sich die Rotorblätter einer Windkraftanlage zwischen Sonne und Wohngebiet drehen. Die Behörden kennen es so gut, dass es dafür eigene Grenzwerte gibt: höchstens rund 30 Stunden pro Jahr, höchstens 30 Minuten pro Tag.

Mit den neuen Anlagen des Windparks Ebenfurth 2 – jede fast 220 Meter hoch, mit Rotorblättern von 68 Metern Länge – reicht dieser Schatten weiter als je zuvor. In unsere Gärten. Auf unsere Spielplätze. In unsere Wohnzimmer und Schlafzimmer.

Dazu kommt das, was man nicht sieht: das rhythmische Rauschen der Rotoren bei Wind, die roten Blinklichter in der Nacht, die Sorge um den Wert des eigenen Zuhauses, für das viele von uns ein Leben lang gearbeitet haben.

Wir sind nicht gegen die Energiewende. Wir sind dagegen, dass sie auf dem Rücken unserer Familien stattfindet.

Die Fakten

Windpark Ebenfurth 2: Was die EVN Naturkraft direkt vor unserer Haustür errichtet – geprüft im UVP-Verfahren WST1-UG-63/030-2024 des Landes Niederösterreich.

219,7 m

Gesamthöhe jeder neuen Anlage

Höher als der Stephansdom (136,4 m) – und das gleich dreimal.

so viel Leistung wie bisher

Drei Vestas V136 mit je 4,2 MW ersetzen die Altanlagen mit je 1,3 MW.

1.200 m

Mindestabstand zum Wohnbauland

Fix laut NÖ Raumordnungsprogramm – egal, ob die Anlage 100 oder 220 Meter hoch ist.

0 m

zusätzlicher Abstand trotz Verdopplung der Höhe

Die Windräder wachsen. Der Abstand nicht.

Zum Größenvergleich

219,7 mNeue Anlage136,4 mStephansdomca. 100 mAltanlage (2003)

Quellen: UVP-Großverfahren „Windpark Ebenfurth 2“ (evi.gv.at, WST1-UG-63/030-2024) · Marktgemeinde Pottendorf · NÖ Sektorales Raumordnungsprogramm über die Windkraftnutzung

Dreifache Leistung. Doppelte Höhe. Null zusätzlicher Abstand.

Die EVN Naturkraft, eine Tochter des börsennotierten EVN-Konzerns, ersetzt die drei Altanlagen aus dem Jahr 2003 durch drei hochmoderne Großanlagen. Künftig wird hier dreimal so viel Strom produziert – und dreimal so viel verdient. Die Anlagen sind mehr als doppelt so hoch wie ihre Vorgänger.

Und der Abstand zu unseren Häusern? Der bleibt, wo er war. Das NÖ Raumordnungsprogramm schreibt 1.200 Meter zum Wohnbauland vor – als fixen Wert, festgelegt zu einer Zeit, als Windräder noch um die 150 Meter hoch waren. Ob eine Anlage 100 oder 220 Meter misst: Der Mindestabstand ändert sich nicht.

Von den Erträgen profitieren der Konzern und seine Aktionäre. Den Schatten, den Lärm und die Sorgen behalten die Menschen in Pottendorf und Ebenfurth. Für uns heißt das: Hier stehen Profite vor Menschen.

Wir sagen: Wer die Erträge verdreifacht, muss auch die Verantwortung gegenüber den Anrainerinnen und Anrainern vervielfachen. Alles andere ist keine Energiewende – sondern ein Geschäft auf unsere Kosten.

Was wir fordern

Fünf klare Forderungen an die EVN Naturkraft, die Behörden und die Politik in Niederösterreich.

  1. 1

    Unabhängiges Monitoring

    Laufende, unabhängige Messung von Schattenwurf und Lärm an den betroffenen Siedlungsrändern – nicht nur Prognosen aus dem Genehmigungsverfahren, sondern echte Kontrolle im Betrieb.

  2. 2

    Konsequente Schattenwurf-Abschaltung

    Strikte Einhaltung der Grenzwerte (max. 30 Stunden pro Jahr, 30 Minuten pro Tag) durch automatische Abschaltmodule – und öffentliche Berichte darüber.

  3. 3

    Volle Transparenz

    Offenlegung aller UVP-Auflagen, Gutachten und Betriebsdaten des Windparks Ebenfurth 2. Was unsere Lebensqualität betrifft, darf nicht in Aktenordnern verschwinden.

  4. 4

    Fairer Ausgleich für Anrainer

    Wer im unmittelbaren Wirkungsbereich der Anlagen lebt, verdient einen fairen Ausgleich – etwa vergünstigten Strom oder Entschädigung für Wertminderung.

  5. 5

    Höhenabhängige Mindestabstände

    Das Land Niederösterreich muss das Raumordnungsprogramm reparieren: Der Mindestabstand muss mit der Anlagenhöhe wachsen – wir fordern mindestens das 10-Fache der Gesamthöhe für alle künftigen Projekte und Repowerings.

Jetzt mitmachen

Je mehr wir sind, desto lauter sind wir. Trag dich ein und werde Teil der Bürgerinitiative Rettet Pottendorf.

Politischer Druck

Gemeinsam bei Gemeinderatssitzungen in Pottendorf und Ebenfurth auftreten, Petitionen an das Land NÖ richten und das Thema in die Öffentlichkeit tragen.

Rechtliche Schritte

Betroffene Anrainerinnen und Anrainer können nachbarrechtliche Ansprüche (§ 364 ABGB) geltend machen und die Einhaltung aller UVP-Auflagen behördlich einfordern – gemeinsam, mit rechtlicher Begleitung.

Gemeinschaft

Erfahrungen dokumentieren (Schattenwurf, Lärm – mit Datum und Uhrzeit), Nachbarn informieren und zeigen: Wir sind viele.

Kontakt & Beitritt